SUOMEN TASAVALTA (Signale 1973-2)

Vara Haka-Auto Oy - der Wartburg-Generalimporteur in Finnland

Wartburg im Export

 

Unter dieser Rubrik stellt SIGNALE in zwangloser Folge einige Ausfuhrgebiete und die dortigen Importeure des Eisenacher Automobiltyps vor.

Den Anfang dieser Serie macht, ohne dadurch eine Art Rangliste etwa hinsichtlich Stellenwert oder nach Exportquoten zu protokollieren,

der Handelspartner im Norden Europas, in Finnland oder, sprachlich bezeichnet, in SUOMEN TASAVALTA.

 

Das Foto gibt eine Ansicht wieder auf Neubaukomplexe und Anlagen des jetzigen WARTBURG-Generalimporteurs in Finnland. Es ist dies die Firma Vara Haka-Auto Oy in Helsinki 18, Hietalandenranta 11. Doch über dieses Unternehmen nachher noch Näheres mehr.

 

Die Republik Finnland — und solche Daten gehören zum thematischen Einblick in Sachverhalte — umfaßt eine Fläche von ca. 337 000 km². Davon fallen fast zehn Prozent auf Binnengewässer, zu denen die mehr als 65 000 Seen zählen, und rund 75 Prozent der Fläche bedecken Wälder und Tundra. Suomen Tasavalta, Finnland also, hat knapp 4,7 Millionen Einwohner. Über die Hälfte davon lebt im Süden und Südwesten des Landes, etwa 500 000 sind es allein in der Hauptstadt Helsinki. Helsinki ist zugleich Knotenpunkt der wichtigsten Verkehrsverbindungen Finnlands vom Norden her, zur Sowjetunion, südwärts und nach Westeuropa. Das finnische Verkehrswesen stützt sich vor allem auf Straßen, in der Personen- und Güterbeförderung überwiegt bei weitem der Kraftverkehr. Das Automobil spielt daher in Finnland eine sehr maßgebende Rolle; während 1964 noch statistisch 13 Einwohner auf einen registrierten Personenkraftwagen entfielen, waren es 1966 bereits 9,7. Finnland, bis vor kurzem nicht über eigenen Automobilbau verfügend, ist damit ein sehr stark frequentierter Markt und ein interessantes Einzugsgebiet für die ausländische Automobilindustrie.

 

Blick in die Werkstatt des finnischen GeneralimporteursVielleicht sollte in diesem Zusammenhang noch etwas allgemein Gültiges zum WARTBURG-Export überhaupt vorausgeschickt werden. Export ist zweifellos ein Wirtschaftsfaktor und ebenso qualitätsbezeichnend wie werbewirksam. Aber WARTBURG-Export zielt nicht ab auf, sozusagen, „Export um jeden Preis in alle Welt". Vielmehr wurde und wird auch im WARTBURG-Export, ähnlich wie in der Produktion, konsequent der Weg der Intensivierung beschritten: Auf bestimmten Märkten, wo Eisenacher Automobile schon längere Zeit gut vertreten sind und sich ausgezeichnet bewährt haben, erfolgt ein allseitig vorteilhafter Ausbau der Positionen — und genau dafür liefert WARTBURG Finnland ein bezeichnendes Beispiel.

Schon 1953 wurden erstmals Wagen aus der Eisenacher Nachkriegsproduktion von Finnland importiert. Damals handelte es sich um den IFA F 9.

Als 1955 in Eisenach die Serienproduktion des WARTBURG 311 begann, wurde auch eine neue Etappe im Finnland-Export eingeleitet, die an Stückzahlen des 311er Typs einen absoluten Höhepunkt im Jahre 1964 erreichte. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung der WARTBURG-Importquoten war die Bewährung der Eisenacher Frontantriebswagen. Dabei war der Sporteinsatz der Eisenacher Werksequipe mit von erheblicher Bedeutung. Bei der Hanki-Rallye mitten im harten Winter und der profilierten Rallye 1003 Seen über typische „Sprunghügel"-Sandstraßen, wo man ansonsten Mitteleuropäern kaum Chancen einräumte, wurden die erstklassigen Eigenschaften und die Tauglichkeit des WARTBURG unter spezifisch finnischen Verhältnissen überzeugend demonstriert.

Die Verkaufsentwicklung, auch dann mit dem ab Produktionsbeginn 1966 importierten WARTBURG 353, verlief jedoch nicht konstant. Wartburg-Export nach FinnlandDiese Tatsache und teils beträchtliche Rückschläge mußten ebenfalls gut etablierte westeuropäische Automobilmarken registrieren. Es gab und gibt dafür triftige Gründe. Hinzu kam, daß Finnland selber mit Automobil-Montage bzw. Lizenzfabrikation begann und starke japanische Konkurrenz zunehmend Finnland als eine Startrampe zum Vordringen auf den westeuropäischen Markt betrachtete. Auch hängen Verkaufserfolge hochgradig ab von den Importeur-Aktivitäten.

1972 übernahm Vara Haka-Auto Oy die WARTBURG-Generalvertretung für Finnland. Vara Haka-Auto Oy in Helsinki ist eine eingesessene, bestens renommierte und dynamische Firma, die schon seit 1922 in der Branche arbeitet. Zum Vorstand der Gesellschaft gehören K. V. Eräjuuri als Vorsitzender und geschäftsführender Direktor sowie Kaj Eräjuuri als Mitglied. Direktor K. 0. Merikoski vertritt Haka-Auto Oy in dem Ausschuß, der zur Verbesserung der Gesamtmarktplanung und der Zusammenarbeit zwischen Importeur und den Händlern gebildet wurde. Marketing-Manager ist A. K. Aamurusko.

Der 1972 in seiner ersten Phase fertiggestellte Gebäudekomplex auf einem Areal von insgesamt 14 000 m² enthält im oberen Teil die Verwaltungs- und Büroräume. Unten befindet sich der Ausstellungs- und Servicetrakt. Wie es dort aussieht, zeigt eine Innenaufnahme.

Vara Haka-Auto Oy importiert neben WARTBURG, der sich seit 1972 neu im Sortiment der Gesellschaft befindet und dessen Untervertreter- und Werkstättennetz forciert ausgebaut wird, eine BRD-Marke der oberen Hubraum-Mittelklasse sowie des Nutzfahrzeugsektors und ein japanisches Fabrikat. Durch die Abgrenzungen nach Kategorien und Technik-Konzeptionen ergeben sich keine internen Komplikationen.

Draußen auf dem finnischen Markt herrscht allerdings ein äußerst rauher Wind im Wettbewerb mit sämtlichen Konkurrenzmarken.

Umso eindrucksvoller ist, daß der WARTBURG 353 in Finnland neuerlich progressiv ansteigende Verkaufstendenz vorweisen kann. Der Absatz konnte bereits 1972 sehr stark gesteigert werden auf die bisher drittgrößte Verkaufsquote. 1973 erreicht die Zahl der vereinbarungsgemäß ausgeführten Wagen sogar den höchsten Stand im Export WARTBURG 353 nach Finnland.