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Start-Positionen (Signale 1976-2)

Start-Positionen (Signale 1976-2)

Gespeichert von Stephan am Do., 15.04.1976 - 10:06

Im AWE

„Mit dem Jahr 1976 beginnen wir ein neues Planjahrfünft, in dem wir den klaren Kurs unserer Partei in der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik konsequent fortsetzen werden. Unser Ministeriumsbereich steht vor der Aufgabe, 1976 die industrielle Warenproduktion um 6,4 Prozent und die Arbeitsproduktivität um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu steigern! "

 

(Aus der Grußbotschaft von Günter Kleiber, Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR und Minister für Allgemeinen Maschinenbau, Landmaschinen- und Fahrzeugbau, zum Jahreswechsel an die Werktätigen des VEB Automobilwerk Eisenach)


 Als Mitte Januar die Entwürfe des neuen Parteiprogramms der SED, der Direktive zur Entwicklung der Volkswirtschaft der DDR 1976 bis 1980 und des Statuts der SED veröffentlicht wurden, begann die entscheidende Phase der Vorbereitung des IX. Parteitages. Damals wurde auch im VEB Automobilwerk Eisenach mit dem Studium der Dokumente begonnen, die die weitere Entwicklung während der nächsten fünf Jahre offen darlegen und aufzeigen, wie die vom VIII. Parteitag der SED formulierte Hauptaufgabe als strategische Orientierung konsequent verwirklicht werden kann. Meinungsäußerungen drückten die breite Zustimmung der Werktätigen zu der auf das Wohl des ganzen Volkes gerichteten Politik der SED aus. Zugleich entstanden im Automobilwerk erste Überlegungen für neue Initiativen im sozialistischen Wettbewerb.


Besondere Aufmerksamkeit fand und findet die im Entwurf der Direktive enthaltene Aufgabenstellung: „Im Automobilbau ist im Zeitraum 1976 bis 1980 die sozialistische Rationalisierung der Lastkraftwagen- und Personenkraftwagen-Kapazitäten weiterzuführen und ihre planmäßige Rekonstruktion zu beginnen." Diese klare Programmierung verweist endgültig jene Gerüchte vom Auslaufen der Eisenacher Automobilproduktion ins Land der Fabeln und Zeitungsenten, über die hinweg im Werk sowieso stets zur Tagesordnung übergegangen wurde. Dabei bestimmen konkrete Vorhaben und reale Ziele die Entwicklungslinien im AWE.

 

Zur Stärkung der Volkswirtschaft der DDR, für eine höhere Produktion und für immer bessere Arbeits- und Lebensbedingungen erhöhen die Eisenacher Automobilbauer im Rahmen abgesteckter Perspektiven weiter das Tempo der Intensivierung. Eine wesentliche Grundlage dafür bilden die 1546 persönlich- und 341 kollektiv-schöpferischen Pläne.

 

Bereits zu Beginn der Volksaussprache über die vorgelegten Parteitagsdokumente nahmen sich die Werktätigen des Automobilwerkes Eisenach vor, im sozialistischen Wettbewerb zu Ehren des IX. Parteitages ein Ehrenbanner des ZK der SED zu erringen. Sie stellten sich die Aufgabe, im I. Quartal 25,2 und bis Ende April 33,4 Prozent des Jahresplanes 1976 zu erfüllen. Viele Kollektive des Betriebes nutzten diee Volksaussprache zu neuen Initiativen in der Aktion ERFOLGSKONTO IX. Hier streben die Automobilwerker an, die Effektivität ihrer Arbeit vor allem durch das Beschleunigen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts zu erhöhen. Diesem Ziel diente auch eine Aktivtagung Wissenschaft und Technik, die der Betrieb im Januar durchführte.

 

Die Eisenacher Automobilbauer wollen im ersten Jahr des neuen Fünfjahrplans den Arbeitszeitaufwand um 356 000 Stunden und die Selbstkosten um 5,8 Millionen Mark senken. Dazu der Punktschweißer K.-H. Eiliger: „Unsere bisherigen Erfolge bei der Intensivierung der gesellschaftlichen Produktion sind vor allem auch ein Ergebnis schöpferischer Zusammenarbeit mit Neuerern und Ingenieuren."

 

Vielfältige Aktivitäten der Eisenacher richten sich auf die Erzeugnisrationalisierung des WARTBURG 353 W. Eine Zielstellung lautet auf Kostensenkung pro produziertem Wagen in diesem Jahr um 28 Mark. Davon wollen die Automobilbauer bereits bis zum IX. Parteitag 10 Mark erreichen.

 

Die persönlich- und kollektiv-schöpferischen Pläne der Arbeiter und Ingenieure konzentrieren sich in starkem Maße auf die Erfüllung des Planes der sozialistischen Rationalisierung. Für diesen wichtigen Planteil sollten, so stand eine Zielsetzung, bis Ende März alle Aufgaben mit Maßnahmen belegt sein. Durch eine neue Technologie im Karosseriebau wird eine Senkung um 22 300 Stunden Arbeitszeit und um Grundmaterial im Werte von 66 000 Mark angestrebt. Weitere 8800 Stunden Zeit- und für 15 000 Mark Materialsenkung sollen durch Veränderungen beim Füllerschleifen erreicht werden. Ebenfalls weitgesteckte Ziele für 1976 haben sich die Galvaniker gestellt. Bei ihnen steht indessen schon jetzt im Plan PSR der geplanten Arbeitszeitsenkung um 16 000 Stunden eine Belegung von 16 445 Stunden und einer geplanten Materialkostensenkung um 70 000 Mark eine Belegung von 216 988 Mark gegenüber.

 

Fast die Hälfte der gesamten geplanten Kostensenkung im AWE wird durch Neuererarbeit und Jugendinitiativen realisiert. Hierbei geben die Mitglieder der Betriebssektion der Kammer der Technik volle Unterstützung.

 

Derart wertvolle Neuereraktivitäten, die sich zu erhöhter Selbstkostensenkung summieren, gibt es in vielen Bereichen des Eisenacher Automobilwerkes. Ein Vorschlag z. B. von Kurt Nehrig und G. Scheuch aus dem Werkzeugbau läßt eine Materialeinsparung im Werte von 32 000 Mark erwarten. W. Beyer aus der Presserei hat die Verpflichtung abgegeben, bis zum IX. Parteitag fünf Neuerervorschläge zu erarbeiten, die dem Betrieb einen Jahresnutzen von 20 000 Mark bringen.

 

Diese Beispiele und zahlreiche andere im AWE zeigen, wie bereits die große Aussprache vor dem IX. Parteitag der SED neue Initiativen ausgelöst hat und aus dem Vertrauen zur Partei der Werktätigen neue Leistungen und Beiträge der Eisenacher Automobilproduzenten erwachsen zur weiteren allseitigen Stärkung der DDR.